Überschuldung
in Deutschland

Der SchuldnerAtlas Deutschland untersucht, wie sich die Überschuldung von Verbrauchern innerhalb Deutschlands kleinräumig verteilt und entwickel und hat sich als regionales und kommunales Arbeitsinstrument etabliert.

Als überschuldet gelten Personen, die ihren Zahlungsverpflichtungen mit großer Wahrscheinlichkeit über einen längeren Zeitraum nicht nachkommen können, da die zu leistenden Gesamtausgaben höher sind als die zu erwartenden Einnahmen. Mit Hilfe der Schuldnerquoten, das heißt dem Anteil der Personen mit Negativmerkmalen im Verhältnis zu allen Personen ab 18 Jahren, kann die Überschuldung in ihrer geographischen Verteilung bis hin auf die Ebene von Straßenabschnitten dargestellt werden.

Der SchuldnerAtlas Deutschland erscheint jeden Herbst und wird vom Verband der Vereine Creditreform e. V., von microm Micromarketing-Systeme und Consult GmbH und von Crefitreform Boniversum veröffentlicht. Die Redaktion liegt bei Dr. Rainer Bovelet, Aachen. Die nächste Ausgabe des SchuldnerAtlas Deutschland wird im November 2017 veröffentlicht.

SchuldnerAtlas
Deutschland 2016

Überschuldungsquote steigt über die 10-Prozent-Marke
Die Überschuldung von Privatpersonen in Deutschland ist 2016 zum dritten Mal in Folge angestiegen – und das deutlicher als erwartet. Zum Stichtag 1. Oktober 2016 sind 6, 8 Millionen Bürger über 18 Jahre, rund 131.000 (+ 1,9 Prozent) mehr als im Vorjahr überschuldet. Die Überschuldungsquote für die gesamte Bundesrepublik beträgt 10,06 Prozent.

Der aktuelle Anstieg der Überschuldungszahlen beruht ausschließlich auf einer Zunahme der Fälle mit hoher Überschuldungsintensität (vereinfacht: gerichtliche Sachverhalte). Ihre Zahl nahm in den letzten zwölf Monaten um rund 220.000 Fälle zu (+ 5,6 Prozent), während hingegen die Zahl der Fälle mit geringer Überschuldungsintensität (vereinfacht: nachhaltige Zahlungsstörungen) um rund 89.000 Fälle (- 3,2 Prozent) zurückging.

Das diesjährige Sonderthema befasst sich mit „internationalen Ansätzen der Überschuldungsprävention aus verhaltensökonomischer Sicht“. Die Autorin, Cäzilia Loibl von der Ohio State University (U.S.A.), wechselt dabei den Blickwinkel von der ökonomischen Makroperspektive auf die Handlungsperspektiven der betroffenen Verbraucher. Der Gastbeitrag zeigt auf, dass die Finanzwissenschaft Überschuldung gegenwärtig überwiegend als ein „Ergebnis von Ressourcenknappheit und nicht nur als das Ergebnis rationaler Abwägungen, mangelnder Finanzbildung oder von Impulsivverhalten“ begreift. Ihre Schlussfolgerungen belegen: Auch einfache Maßnahmen können große Wirkungen zeigen. Sie reichen von „Nudges“, also Denkanstößen und Erinnerungshilfen, über „Just in time“-Finanzinformationen bis hin zum Finanzcoaching“ als Hilfe zur Selbsthilfe.

Pressemitteilung zum SchuldnerAtlas 2016 lesen

Ihre Ansprechpartnerin

Aleksandra Gulba, Manager Marketing / PR, Creditreform Boniversum GmbH

Aleksandra Gulba
Manager Marketing / PR

Tel. +49 2131 109-5103

E-Mail schreiben

SchuldnerKlima-Index, der Trendindikator für das Überschuldungsrisiko deutscher Verbraucher

SchuldnerKlima-Index

Alle drei Monate befragen wir deutsche Verbraucher zu ihrer wirtschaftlichen Lage, ihrer Kreditaffinität, Konsumfreude und weiteren Themen rund um Wirtschaft und Finanzen. Der SchuldnerKlima-Index fasst die Ergebnisse zusammen und dient als Trendindikator für eine drohende Überschuldung der Verbraucher. Ob der Trend positiv oder das Überschuldungsrisiko wieder angestiegen ist, erfahren Sie im aktuellen Bericht.

Zum SchuldnerKlima-Index